Mobile Blitzanlage

Und hier einmal eine ausführlichere Anleitung. Gerade in engen Räumen stoße ich oft mit der großen Blitzanlage an die Grenzen. Abgesehen davon ist die Gefahr, dass man über seine eigenen Kabel fällt, nicht gerade gering, auch wenn Multiblitz schon extra rote Stromkabel beigelegt hat. Sei es das eigentliche räumliche Problem, das logistische (die Tasche von dieses Qualitätsherstellers mit Stativen, Schirmen, Kabel usw. bringt schon einige Kilogramm auf die Waage), oder die Flexibilität. Aus diesem Grund muss eine kleine mobile Blitzanlage her. Sie sollte leicht sein, dass sie auch bis in den fünften Stock oder zu einem Shooting im Freien mitgenommen werden kann. Gerade für letzteres ist natürlich wichtig, das war nicht auf eine Steckdose angewiesen ist.

Fangen wir an mit den Einzelteile, die benötigt werden. Zwei Aufsteckblitze (möglichst die gleichen), aufgrund des Preises eventuell welche aus Fernost besorgen, eine TTL-Steuerung ist nämlich nicht unbedingt nötig. Es gibt zwar hier auch die Lösung über TTL-Steuerung, dann wird die ganze Geschichte aber mehr als dreimal zu teuer. Zwei Stative für Leuchten, die Traglast muss nicht mehr als 2 kg betragen, zwei Schirmneiger und zwei Schirme. Bei letzterem reicht schon ein Durchmesser von 80 cm. Ich persönlich blitze meine Motive immer seitlich und nicht von schräg oben an, demnach würde ein Stativ mit einer Gesamthöhe von 160 cm schon reichen, günstiger sind aber schon die mit etwas über 2 Meter Höhe, weil eben weiter verbreitet.

Was nicht aus dem Fotografiebereich stammt, sind insgesamt 6 Montageplatten der Firma HR (Herbert Richter, https://www.hr-imotion.com/) die eigentlich zur Montage von mobilen Navigationsgeräten oder Telefonen im Auto verwendet werden. Hier brauchen wir 4 „weibliche“ (mit Aussparungen) und 2 „männliche“ (mit Greifern).

Zwei der Platten werden zusammengeschraubt, alternativ kann man hier auch mit Sekundenkleber arbeiten. Mitten in diese Platten wird ein Loch gebohrt, in welches dann das 1/4″-Gewinde des Schirmneigers Platz findet, dieses wird dann mit Sekundenkleber fixiert. Eventuell ist es auch möglich, in die beiden Platten ein Innengewinde einzulassen, in welches dann das Außengewinde des Neigers greift.

Die beiden „männlichen“ Platten werden dann am Blitz befestigt. Da in meinem Fall die Blitze nur für diesen Zweck benutzt werden, habe ich die beiden Platten mit Sekundenkleber befestigtr, selbst bei anderen Einsätzen würde diese Platte nicht stören. Alternativ kann man hier auch sicherlich mit einem starken Montageband arbeiten, auch eine Lösung mit einem Klettband wäre denkbar. Wer an die Blitze aber gar nichts kleben möchte, kann vielleicht mit einem Kabelbinder oder ähnlichem diese Platten befestigen.

Das ganze Set wird dann von einem Fernauslöser-Set vervollständigt. Ein Sender, zwei Empfänger. Hier empfehle ich den asiatischen Hersteller Yongnuo (https://www.yongnuo.eu/), mit deren Produkten ich bislang sehr gute Erfahrungen machen konnte, und das zu günstigen Preisen. Die rote Markierung habe ich mit einfachem Isolierband gemacht, da ich mehrere von diesen Sets verwende, die alle auf eine andere Frequenz eingestellt sind. Der Empfänger ist ebenfalls mit einem roten Isolierband markiert. Dann sieht man auf den ersten Blick, welcher Sender zu welchem Empfänger gehört. Montiert sie das ganze dann so aus.

Bei den meisten Blitzen kann man das untere Teil noch zu Seite bzw. um 180 Grad drehen, sodass der Fernauslöser keinen lästigen Schatten verursacht. Normalerweise wird der Blitzneiger ja so eingesetzt, dass der Blitz noch auf dem genau diesem Neiger selbst steht, meistens noch dazwischen der Empfänger des Fernauslösers. Je nach Durchmesser des Schirms ist dann der Blitz aber weit vom Mittelpunkt der Schirms entfernt. Bei dieser Konstruktion hier liegt der Blitz aber nur wenige cm oberhalb der Schirmstange und ziemlich damit im Zentrum des Schirmes, was für eine optimale Ausleuchtung bzw. Reflektion spricht. Inzwischen habe ich diverse Shootings mit diesem System durchgeführt, und es hat sich gut bewährt und überzeugt.

Und zwar so sehr überzeugt, dass bei einem Shooting ein Kunde mir das ganze Systen abkaufen wollte. Nachdem ich mich dann für ein Nachfolgesystem entschieden hatte, habe ich mich von dieser Lösung hier dann auch getrennt.

Neuer Systemblitz

Über sechs Jahre hat es gehalten, das Blitzgerät aus dem Hause Metz. Doch nur zeigt das Display „Er“ und das Gerät will nicht mehr zoomen. Die Frage nach einer Reparatur stellt sich aufgrund des Alters eigentlich nicht. Als neues Gerät wurde ein Yongnuo Speedlite YN-565 EX II bestellt, welches nicht nur optisch einige Ähnlichkeiten mit den Canon-Blitzen von vor zwei Jahren hat. Das Gerät fühlt sich sehr wertig an, ist gut verarbeitet und bietet reichlich Einstellmöglichkeiten. Den ersten Test im Einsatz mit der Kamera hat der Blitz bereits hinter sich und gut bestanden.

Funkauslöser und entfesseltes Blitzen

Schon vor längerer Zeit hatte ich mir einen Fernauslöser der Marke Yongnuo (Modell RF-602, https://www.yongnuo.eu/)) zugelegt. Diesen konnte ich sowohl zum Fernauslösen der Kamera benutzen also auch zum entfesselt Blitzen, aber auch zum Steuern des Studioblitzanlage, der der Empfänger nicht nur einen Blitzschuh hat, sondern auch über einen Anschluss mit Klinkenstecker verfügt.

Ende 2012 wurden zwei lediglich manuell zu steuernde Blitzgeräte Yongnuo Speedlite YN-560 angeschafft, die über die gerade genannten Fernauslöser ausgelöst werden konnten. Dieses sollte als Alternative zu der Studioblitzanlage dienen, die je nach Platzverhältnisse nicht immer aufgestellt werden konnte. Direkt auf die Blitze werden Diffuser aufgesetzt, eine zusätzliche Universal-Softbox sorgt zusätzlich für noch weicheres Licht. Diese Softbox wurde noch etwas modifiziert, da der Lichtaustritt nahezu transparent war und das Licht erst durch Einkleben eines weißen Papier die gewünschte Streuung brachte.

Diese Blitzlösung wurde auf einem leichten Leuchtenstativ befestigt, inzwischen setze ich aber zwei „normale“ Fotostative ein, da mit diesen die Blitze noch besser und vor allem schneller geneigt und ausgerichtet werden können. Gegenüber den Leuchtenstativen habe diese zwar den Nachteil, dass die maximale Höhe bei 1,60 m liegt, aber dieses reicht für die Ausleuchtung eines Raumes vollkommen. Später wurde noch eine LED-Videoleuchte, ebenfalls von der Firma Yongnuo gekauft, da bei schlechten Lichtverhältnissen das Fokussieren manchmal nicht möglich war. Diese Leuchte wurde ebenfalls leicht modifiziert, sie kann mit einem weiteren Sender des Set RF-602 (abweichender Code / Frequenz) an- und ausgeschaltet werden. Die Lichtfarbe der LEDs liegt bei 5.800 Kelvin und ist damit ähnlich dem des Blitzes, es gibt also keine störenden Farbfehler auf den Bildern. Abgesehen davon, dass die Leuchtkraft der LED-Leuchte wesentlich geringer ist als die Ausleuchtung durch den Blitz.

Inzwischen bietet Yongnuo mit dem Modell YN-560 Mark III einen Nachfolger an, der bereits über einen integrierten Funk-Empfänger verfügt, so dass dieser nicht mehr separat benötigt wird. Die Auslösung kann dann sowohl mit dem von mir eingesetzten Sender des RF-602 als auch mit dem Nachfolger RF-603 angesteuert werden.

Die zweite digitale Spiegelreflexkamera

Nach drei Jahren intensiver Nutzung der ersten DSLR aus dem Hause Canon wurde im Dezember 2010 ein Nachfolger ausgewählt. Die EOS 7D sollte es sein. Zuerst habe ich über einen Umstieg auf Vollformat nachgedacht, nur wäre hier auch die Neuanschaffung der meisten Objektive notwendig gewesen.

Wie schon die EOS 40D wurde auch die EOS 7D mit einem Batteriegriff ausgestattet. Dieser vereinfacht die Handhaltung bei Hochkantaufnahmen und bieten darüber hinaus Platz für einen zweiten Akku. Alternativ kann damit die Kamera auch über einen beigelegten Adapter mit 6 Mignon-Zellen betrieben werden.

Inzwischen sind die am Anfang benutzten Canon-Objektive durch Modelle aus dem Hause Tamron ersetzt worden. Als „Immer drauf“-Objektiv kommt das AF 17-50 mm F/2.8 XR Di II VC LD zum Einsatz, welches mit der durchgehenden großen Blendenöffnung einen großen Vorteil gegenüber dem bisher eingesetzten Objektiv bietet, welches nur bei der Anfangsbrennweite einen Blende von 4 bieten konnte. Wird in Verbindung mit einer Blitzanlage gearbeitet, kann mit einem Graufilter die Lichtempfindlichkeit des Objektivs wieder reduziert werden.

Als Ersatz für die größeren Brennweiten wurde später das Tamron AF 70-300 4-5.6 Di SO VC USD angeschafft. Um unteren Ende der Brennweite wird der Bedarf durch ein AF 10-24 F/3.5-4.5 SP Di II LD ASF IF abgedeckt. Dieses ist besonders beim Fotografieren von Räumlichkeiten (z.B. für die Homepage eines Restaurants) hilfreich.

Die erste digitale Spiegelreflexkamera

Mein Einstieg in die Welt der Spiegelreflex-Kameras. Beim örtlichen Elektronikfachmarkt gibt es ein Angebot von Canon für die EOS 40D mit dem EF-S 17-85 IS USM-Objektiv. Dieses ist mit einem optischen Bildstabilisator und einem Ultraschallantrieb, der dem genaueren und leiserem Fokussieren dient, ausgestattet. Zusätzlich zu diesem Objektiv wurde noch ein ES 70-300 IS USM angeschafft, um auch einen größeren Brennweitenbereich abzudecken.

Die Canon EOS 40D diente übrigens als Ersatz für die inzwischen defekte Bridgekamera der Marke Fuji (Modell S9600), die mir die ersten Jahre in meinem Gewerbe treue Dienste geleistet hat. Heute wird man vielleicht müde über diese Bridgekamera lächeln, aber für die ersten Aufträge war sie durchaus brauchbar.